Fixzinskredit Österreich 2026
Fixzinskredit in Österreich 2026: Aktuelle Fixzinsen, Laufzeiten & Vergleich. Planungssicherheit für Ihre Finanzierung. Jetzt Fixzinsangebote vergleichen!
Fixzinskredit in Österreich 2026
Die Entscheidung zwischen einem fixen und einem variablen Zinssatz gehört zu den wichtigsten Weichenstellungen bei der Kreditaufnahme. Ein Fixzinskredit bietet Planungssicherheit und Schutz vor steigenden Zinsen — zwei Eigenschaften, die nach den turbulenten Zinsjahren 2022 bis 2024 vielen Kreditnehmern in Österreich besonders wichtig geworden sind.
Was ist ein Fixzinskredit?
Bei einem Fixzinskredit wird der Zinssatz für einen bestimmten Zeitraum — die sogenannte Fixzinsperiode oder Zinsbindungsdauer — vertraglich festgeschrieben. Während dieser Periode bleibt der Zinssatz unverändert, unabhängig davon, wie sich die Marktzinsen entwickeln. Das bedeutet: Ihre monatliche Kreditrate bleibt über die gesamte Fixzinsperiode konstant und berechenbar.
Abgrenzung zum variablen Kredit
Beim variablen Kredit hingegen wird der Zinssatz regelmäßig — üblicherweise alle drei oder sechs Monate — an einen Referenzzinssatz angepasst. In Österreich ist der gebräuchlichste Referenzzinssatz der 3-Monats-EURIBOR oder der 6-Monats-EURIBOR. Der Kreditzins ergibt sich dann aus dem EURIBOR plus einem bankindividuellen Aufschlag (Marge).
Die Marge bleibt über die gesamte Kreditlaufzeit fix, der EURIBOR schwankt jedoch mit dem Markt. Steigt der EURIBOR, steigt Ihre Rate — sinkt er, wird Ihre Rate günstiger. Dieser Unterschied macht die Kernentscheidung aus: Sicherheit (Fixzins) versus Chance auf niedrigere Kosten bei höherem Risiko (variabler Zins).
Aktuelle Fixzinsen in Österreich 2026
Nach den massiven Zinserhöhungen der EZB in den Jahren 2022 und 2023 und den darauf folgenden Senkungsschritten ab Mitte 2024 haben sich die Fixzinsen in Österreich Anfang 2026 auf einem moderaten Niveau eingependelt.
Aktuelle Fixzins-Richtwerte (Frühjahr 2026)
Für einen Hypothekarkredit mit guter Bonität und einem Loan-to-Value von maximal 80 % gelten folgende Richtwerte: Bei 5 Jahren Fixzinsbindung liegen die Zinsen bei etwa 3,0 bis 3,4 % effektiv. Bei 10 Jahren sind es ca. 3,2 bis 3,7 %. Für 15 Jahre Bindung bewegen sich die Zinsen zwischen 3,4 und 3,9 %. Bei 20 Jahren liegen sie bei ca. 3,5 bis 4,1 %. Für 25 Jahre oder die gesamte Laufzeit sind Zinsen von 3,7 bis 4,3 % realistisch.
Zum Vergleich: Variable Kredite (EURIBOR + Aufschlag) liegen aktuell bei etwa 3,0 bis 3,5 %, also leicht unter den Fixzinsangeboten. Der Aufpreis für die Zinssicherheit beträgt somit je nach Bindungsdauer rund 0,2 bis 1,0 Prozentpunkte.
Konsumkredite mit Fixzins
Auch bei Konsumkrediten (Ratenkrediten ohne Hypothek) werden in der Regel Fixzinsen angeboten. Diese liegen in Österreich 2026 zwischen 4,0 % und 9,0 % effektiv, je nach Bonität, Kreditbetrag und Laufzeit. Da Konsumkredite kürzere Laufzeiten haben (üblicherweise 1 bis 7 Jahre), ist das Zinsrisiko bei einer variablen Variante ohnehin geringer.
Fixzins vs. variabel: Die große Entscheidung
Die Frage, ob ein fixer oder variabler Zinssatz die bessere Wahl ist, beschäftigt jeden Kreditnehmer in Österreich. Eine pauschale Antwort gibt es nicht — die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab.
Argumente für den Fixzinskredit
Die Planungssicherheit ist das stärkste Argument. Sie wissen über Jahre oder Jahrzehnte hinaus genau, wie hoch Ihre monatliche Rate ist. Dies erleichtert die Haushaltsplanung und gibt ein Gefühl der Sicherheit, besonders in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.
Der Schutz vor Zinsanstiegen ist ein weiterer wesentlicher Vorteil. Die Zinsentwicklung ist nicht vorhersagbar. Wer 2021 einen variablen Kredit abgeschlossen hat, musste bis 2023 einen Anstieg der monatlichen Rate um teilweise über 50 % verkraften. Ein Fixzinskredit hätte diese Belastung vermieden.
Die psychologische Entlastung ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Viele Menschen schlafen besser, wenn sie wissen, dass ihre Kreditrate fix ist. Die ständige Sorge um steigende Zinsen entfällt.
Argumente für den variablen Kredit
Die aktuell niedrigeren Kosten sprechen für den variablen Kredit. Variable Kredite sind zu Beginn fast immer günstiger als Fixzinskredite, da der Fixzinsaufschlag entfällt. Bei einem Kreditvolumen von 300.000 Euro kann ein Unterschied von 0,5 Prozentpunkten rund 1.500 Euro pro Jahr ausmachen.
Die historisch bessere Gesamtperformance ist ebenfalls ein Argument. Langfristige Studien zeigen, dass variable Kredite über die gesamte Laufzeit betrachtet in der Mehrheit der Fälle günstiger waren als Fixzinskredite. Dies liegt daran, dass Banken den Fixzins immer mit einem Risikoaufschlag versehen.
Die Flexibilität bei vorzeitiger Rückzahlung spricht ebenfalls für den variablen Kredit. Bei variablen Krediten ist die vorzeitige Rückzahlung in der Regel ohne oder mit geringerer Pönale möglich als bei Fixzinskrediten.
Wann ist der Fixzins die bessere Wahl?
Ein Fixzinskredit empfiehlt sich, wenn das Zinsniveau historisch niedrig ist (was Anfang 2026 nicht mehr in dem Maße zutrifft wie 2020/2021, aber immer noch moderate Niveaus bietet), wenn Ihr Budget keinen Spielraum für steigende Raten hat, wenn Sie eine langfristige Finanzierung über 15 Jahre oder mehr planen, wenn Sie risikoavers sind und Planungssicherheit schätzen oder wenn Sie erwarten, dass die Zinsen in Zukunft steigen werden.
Wann ist der variable Zins sinnvoller?
Ein variabler Kredit kann vorteilhafter sein, wenn die Zinsdifferenz zum Fixzins groß ist (mehr als 1 Prozentpunkt), wenn Sie über ausreichend finanziellen Spielraum für steigende Raten verfügen, wenn die Kreditlaufzeit kurz ist (unter 10 Jahren), wenn Sie planen, den Kredit vorzeitig zurückzuzahlen, oder wenn Sie erwarten, dass die Zinsen stabil bleiben oder sinken.
Die optimale Fixzinsperiode
Wenn Sie sich für einen Fixzins entschieden haben, stellt sich die Frage nach der optimalen Bindungsdauer. In Österreich sind folgende Perioden gängig.
Kurze Bindung (5 Jahre)
Eine 5-jährige Fixzinsbindung bietet einen Kompromiss zwischen Sicherheit und niedrigem Zinssatz. Der Aufschlag gegenüber dem variablen Zinssatz ist gering. Allerdings ist der Zeitraum relativ kurz, und nach fünf Jahren beginnt das Zinsrisiko erneut. Diese Option eignet sich, wenn Sie moderate Zinssicherheit wünschen, aber nicht zu viel Aufpreis zahlen möchten.
Mittlere Bindung (10-15 Jahre)
Die 10- bis 15-jährige Fixzinsbindung ist der beliebteste Kompromiss in Österreich. Sie bietet solide Planungssicherheit über einen relevanten Zeitraum bei einem moderaten Zinsaufschlag. Für die meisten Immobilienfinanzierer ist dies der Sweet Spot zwischen Kosten und Sicherheit.
Lange Bindung (20-25 Jahre oder Gesamtlaufzeit)
Eine Fixzinsbindung über 20 Jahre oder die gesamte Kreditlaufzeit bietet maximale Sicherheit, ist aber mit dem höchsten Zinsaufschlag verbunden. Diese Option empfiehlt sich für sehr sicherheitsbewusste Kreditnehmer, die bereit sind, für absolute Planungssicherheit einen Aufpreis zu zahlen.
Was passiert nach der Fixzinsperiode?
Ein häufig vernachlässigter Aspekt ist die Frage, was nach Ablauf der Fixzinsperiode passiert. In Österreich gilt: Nach Ende der Fixzinsbindung wird der Kredit automatisch auf einen variablen Zinssatz umgestellt. Üblicherweise gilt dann der 3-Monats-EURIBOR oder 6-Monats-EURIBOR plus die im Vertrag vereinbarte Marge.
Optionen am Ende der Fixzinsperiode
Wenn Ihre Fixzinsperiode ausläuft, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Sie können den Kredit zum variablen Zinssatz weiterlaufen lassen, eine neue Fixzinsvereinbarung mit Ihrer Bank aushandeln, eine Umschuldung zu einer anderen Bank mit besseren Konditionen durchführen oder den Kredit durch eine Sondertilgung (ganz oder teilweise) ablösen.
Es ist ratsam, bereits ein bis zwei Jahre vor Ablauf der Fixzinsperiode mit der Planung zu beginnen. So haben Sie genügend Zeit, die Marktsituation zu bewerten und gegebenenfalls Vergleichsangebote einzuholen.
Vorzeitige Rückzahlung beim Fixzinskredit
Gesetzliche Regelung in Österreich
Gemäß dem Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz (HIKrG) und dem Verbraucherkreditgesetz (VKrG) haben Sie als Verbraucher das Recht, Ihren Kredit jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückzuzahlen. Die Bank darf dafür eine Vorfälligkeitsentschädigung (Pönale) verlangen.
Für Verbraucherkredite (VKrG) beträgt die maximale Pönale 1 % des vorzeitig zurückgezahlten Betrags bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr, oder 0,5 % bei einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.
Für Hypothekar- und Immobilienkredite (HIKrG) darf die Entschädigung den tatsächlich entstandenen Schaden der Bank nicht übersteigen. In der Praxis bedeutet dies, dass die Pönale vom Zinsniveau zum Zeitpunkt der vorzeitigen Rückzahlung abhängt und erheblich sein kann.
Strategische Überlegungen
Die Pönale ist ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für einen Fixzinskredit. Wenn Sie planen, den Kredit möglicherweise vorzeitig zurückzuzahlen (z.B. durch Erbschaft, Verkauf der Immobilie oder beruflichen Aufstieg), kann die Pönale die Einsparung durch die vorzeitige Tilgung erheblich schmälern. Verhandeln Sie daher bereits beim Kreditabschluss über Sondertilgungsrechte und die Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung.
Das Split-Modell: Fix und variabel kombinieren
Eine beliebte Strategie in Österreich ist das Split-Modell, bei dem der Kreditbetrag in einen fixen und einen variablen Teil aufgeteilt wird. Beispielsweise könnten 60 bis 70 % des Kredits fix und 30 bis 40 % variabel finanziert werden.
Vorteile des Split-Modells
Der Fixzins-Anteil bietet Grundsicherheit und kalkulierbare Kosten. Der variable Anteil ermöglicht es, von niedrigeren Marktzinsen zu profitieren. Bei sinkenden Zinsen wird die Gesamtbelastung günstiger. Bei steigenden Zinsen ist der Anstieg durch den variablen Anteil begrenzt. Der variable Teil kann oft leichter vorzeitig getilgt werden.
Nachteile des Split-Modells
Die Struktur ist komplexer und schwerer zu überblicken. Zwei Kreditkonten können höhere Kontoführungsgebühren bedeuten. Bei einer Umschuldung müssen beide Teile berücksichtigt werden.
Fixzinskredit und die psychologische Dimension
Behavioral Finance: Warum wir Sicherheit überbewerten
Studien aus der Verhaltensökonomie zeigen, dass Menschen dazu neigen, Risiken zu überbewerten und die Kosten der Risikominimierung zu unterschätzen. Bezogen auf den Fixzinskredit bedeutet das: Viele Kreditnehmer wählen den Fixzins nicht aus rationaler Kalkulation, sondern weil das Gefühl der Sicherheit einen emotionalen Wert hat. Das ist grundsätzlich kein Problem — vorausgesetzt, Sie sind sich bewusst, dass Sie für diese Sicherheit einen Aufpreis zahlen.
Die richtige Risikoabwägung
Um eine rationale Entscheidung zu treffen, sollten Sie folgende Fragen beantworten: Wie hoch ist der maximale Zinssatz, den Sie verkraften können? Berechnen Sie die monatliche Rate bei verschiedenen Zinsszenarien (z.B. EURIBOR bei 4 %, bei 5 %, bei 6 %). Wie wahrscheinlich sind solche Szenarien? Blicken Sie auf die historische Zinsentwicklung — Zinsen über 5 % sind in der Eurozone möglich, aber nicht der Normalfall. Wie groß ist Ihr finanzieller Puffer? Wenn Sie genug Spielraum haben, um auch eine deutlich höhere Rate zu verkraften, können Sie das variable Zinsrisiko eingehen. Wenn Ihr Budget eng ist, ist der Fixzins die vernünftige Wahl.
Der Zinscap als Alternative
Einige Banken in Österreich bieten einen sogenannten Zinscap oder Zinsdeckel an. Dabei handelt es sich um einen variablen Kredit mit einer vertraglich vereinbarten Zinsobergrenze. Der Zinssatz schwankt mit dem Markt, kann aber einen festgelegten Höchstwert nicht überschreiten.
Der Zinscap kombiniert die Chance auf niedrige variable Zinsen mit dem Schutz vor extremen Zinsanstiegen. Allerdings ist der Zinscap mit einer Prämie verbunden, die die Kostenvorteile gegenüber einem reinen Fixzinskredit reduziert. Je nach Marktlage kann der Zinscap eine interessante Mittelweg-Lösung sein.
Fixzinskredit für verschiedene Lebensphasen
Junge Kreditnehmer (25-35 Jahre)
Für junge Kreditnehmer, die ihre erste Immobilie finanzieren, empfiehlt sich oft eine lange Fixzinsbindung von 15 bis 20 Jahren. Der Grund: Das Einkommen ist in dieser Phase noch vergleichsweise niedrig und wird in den kommenden Jahren steigen. Ein Fixzinskredit schützt vor dem Risiko, dass steigende Zinsen die noch knappen Budgets überfordern. Zudem ermöglicht die lange Fixzinsbindung eine präzise Lebensplanung in einer Phase, in der auch Familiengründung und Karriereaufbau anstehen.
Mittlere Lebensphase (35-50 Jahre)
In der mittleren Lebensphase ist das Einkommen üblicherweise am höchsten. Kreditnehmer in dieser Phase können ein höheres Zinsrisiko tragen und profitieren daher eher von einem variablen Zinssatz oder einer kürzeren Fixzinsbindung. Ein Split-Modell mit 50 % fix und 50 % variabel bietet einen guten Kompromiss. Wer in dieser Phase eine Umschuldung oder Anschlussfinanzierung plant, hat die besten Verhandlungspositionen aufgrund des hohen Einkommens und der oft bereits erheblich getilgten Restschuld.
Vor der Pension (50-65 Jahre)
In den Jahren vor der Pensionierung sollte der Fokus auf der vollständigen Tilgung des Kredits liegen. Eine Fixzinsbindung bis zum voraussichtlichen Tilgungsende gibt Sicherheit und vermeidet das Risiko, dass steigende Zinsen die Pensionierung finanziell belasten. Nutzen Sie Sondertilgungsmöglichkeiten aggressiv, um den Kredit vor Pensionsantritt zurückzuzahlen.
Historische Zinsentwicklung: Lehren für die Zukunft
Ein Blick auf die Zinsentwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt, warum die Fixzins-Entscheidung so wichtig ist. In den 1990er Jahren lagen die Zinsen für Hypothekarkredite in Österreich bei 6 bis 8 %. In den 2000er Jahren fielen sie auf 4 bis 5 %. Nach der Finanzkrise 2008 sanken sie weiter auf historische Tiefstände. 2021 waren variable Hypothekarkredite zu unter 1 % erhältlich. Ab Mitte 2022 kam der dramatische Anstieg — der EURIBOR stieg von unter 0 % auf über 4 % innerhalb von 18 Monaten. 2024/2025 begann die EZB mit Zinssenkungen, und der EURIBOR fiel wieder auf etwa 2,5 % Anfang 2026.
Diese Volatilität zeigt: Zinsen können sich innerhalb kurzer Zeit drastisch ändern. Wer sich 2021 einen Fixzins gesichert hatte, war der klare Gewinner der folgenden Jahre. Wer 2023 auf dem Zinshoch einen Fixzins abschloss, zahlte möglicherweise mehr als nötig, als die Zinsen wieder sanken.
Fixzinskredit: Verhandlung und Abschluss
Wie Sie den besten Fixzins verhandeln
Die angebotenen Fixzinsen sind keine Festpreise — sie sind verhandelbar. So gehen Sie vor: Holen Sie mindestens drei bis fünf Angebote verschiedener Banken ein. Nutzen Sie die besten Angebote als Verhandlungsbasis bei Ihrer Wunschbank. Weisen Sie auf Ihre gute Bonität, Ihr hohes Eigenkapital und Ihre langjährige Kundenbeziehung hin. Fragen Sie nach Sonderkonditionen für Neukunden oder bestimmte Berufsgruppen (z.B. Beamte, Ärzte). Verhandeln Sie nicht nur den Zinssatz, sondern auch die Nebenkosten (Kontoführungsgebühr, Schätzkosten, Bearbeitungsgebühr).
Ein Zinsnachlass von nur 0,1 Prozentpunkten spart bei 300.000 Euro Kreditvolumen über 20 Jahre rund 4.000 Euro. Ein Nachlass von 0,3 Prozentpunkten spart rund 12.000 Euro. Die Verhandlung lohnt sich.
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Abschluss?
Den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht, aber es gibt günstige Konstellationen: Wenn die Marktzinsen gerade gefallen sind und eine Erholung erwartet wird, ist ein guter Zeitpunkt, sich die niedrigen Fixzinsen zu sichern. Zum Jahresende sind manche Banken bereit, Sonderkonditionen zu bieten, um ihre Kreditvergabeziele zu erreichen. Wenn Sie bereits eine Finanzierungszusage einer Konkurrenzbank haben, haben Sie eine starke Verhandlungsposition.
Praktische Tipps für den Fixzinskredit 2026
Tipp 1: Mehrere Angebote einholen
Die Fixzinsaufschläge variieren erheblich zwischen verschiedenen Banken. Holen Sie mindestens drei bis fünf Angebote ein und verhandeln Sie aktiv. Ein Unterschied von 0,3 Prozentpunkten macht bei 300.000 Euro über 20 Jahre mehr als 15.000 Euro aus.
Tipp 2: Sondertilgungsrechte sichern
Verhandeln Sie Sondertilgungsrechte von mindestens 5 bis 10 % der ursprünglichen Kreditsumme pro Jahr ohne Pönale. So bleiben Sie flexibel, falls Sie zusätzliches Geld für die Tilgung zur Verfügung haben.
Tipp 3: Zinsbindung an die Lebenssituation anpassen
Wenn Sie jung sind und eine lange Kreditlaufzeit planen, ist eine längere Fixzinsbindung sinnvoll. Wenn Sie in 10 Jahren einen Einmalertrag erwarten (z.B. Erbschaft), kann eine kürzere Bindung bis zu diesem Zeitpunkt die bessere Wahl sein.
Tipp 4: Gesamtkosten berechnen
Vergleichen Sie die Gesamtkosten verschiedener Szenarien: Fixzins über 10 Jahre, Fixzins über 20 Jahre, variabel, Split-Modell. Viele Online-Kreditrechner ermöglichen solche Vergleichsrechnungen.
Tipp 5: Anschlussfinanzierung frühzeitig planen
Beginnen Sie mindestens ein Jahr vor Ablauf Ihrer Fixzinsperiode mit der Planung der Anschlussfinanzierung. So können Sie rechtzeitig Vergleichsangebote einholen und gegebenenfalls eine Umschuldung vorbereiten.
Fixzinskredit und Inflation
Warum Inflation für Fixzins-Kreditnehmer vorteilhaft ist
Ein oft übersehener Aspekt des Fixzinskredits ist die Wirkung der Inflation. Da Ihr Fixzins über die gesamte Bindungsdauer konstant bleibt, Ihr Einkommen aber im Laufe der Jahre in der Regel steigt (durch Gehaltserhöhungen und Inflationsanpassungen), wird die reale Belastung durch die Kreditrate im Laufe der Zeit geringer. Was heute 30 % Ihres Einkommens ausmacht, kann in zehn Jahren nur noch 20 % ausmachen. Dieser Effekt ist bei langen Fixzinsbindungen besonders ausgeprägt.
Realzins vs. Nominalzins
Der Realzins ergibt sich aus dem Nominalzins minus der Inflationsrate. Bei einem Fixzins von 3,5 % und einer Inflation von 2,5 % liegt der Realzins bei nur 1 %. In Phasen hoher Inflation kann der Realzins sogar negativ werden, was bedeutet, dass das geliehene Geld real weniger wert wird als die Schuld. Für Fixzins-Kreditnehmer ist das ein Vorteil, für Sparer ein Nachteil.
Fixzinskredit bei verschiedenen Kreditarten
Hypothekarkredit mit Fixzins
Bei Hypothekarkrediten ist der Fixzins besonders verbreitet, da die langen Laufzeiten (20 bis 35 Jahre) ein erhebliches Zinsänderungsrisiko mit sich bringen. Die gängigsten Bindungsdauern sind 10, 15 und 20 Jahre. In Österreich bieten einige Banken auch eine Fixzinsbindung über die gesamte Laufzeit an, wobei die Zinsen dann entsprechend höher liegen.
Konsumkredit mit Fixzins
Bei Konsumkrediten und Ratenkrediten ist der Fixzins der Standard. Die kürzeren Laufzeiten (1 bis 7 Jahre) machen einen fixen Zinssatz zur natürlichen Wahl, da das Zinsänderungsrisiko überschaubar ist und die Planungssicherheit geschätzt wird. Variable Konsumkredite sind in Österreich eher selten.
Bauspardarlehen mit Fixzins
Bauspardarlehen bieten eine besondere Form der Zinssicherheit: den gesetzlich gedeckelten Höchstzinssatz von 6 %. Innerhalb dieses Rahmens können Bauspardarlehen sowohl fix als auch variabel gestaltet sein. Die Kombination aus Zinscap und günstigen Bausparkonditionen macht das Bauspardarlehen zu einer interessanten Fixzins-Alternative.
Fixzinskredit kündigen oder wechseln
Vorzeitige Kündigung
Die vorzeitige Kündigung eines Fixzinskredits ist möglich, aber mit Kosten verbunden. Die Vorfälligkeitsentschädigung bei Hypothekarkrediten orientiert sich am Zinsschaden der Bank, der von der Restlaufzeit und der aktuellen Marktlage abhängt. In einem Umfeld fallender Zinsen kann diese Entschädigung erheblich sein, da die Bank das Geld nur zu niedrigeren Zinsen wieder anlegen kann.
Bankwechsel am Ende der Fixzinsperiode
Das Ende der Fixzinsperiode ist der ideale Zeitpunkt für einen Bankwechsel, da keine Vorfälligkeitsentschädigung anfällt. Beginnen Sie mindestens sechs Monate vor Ablauf der Bindung mit der Einholung von Vergleichsangeboten. So haben Sie genügend Zeit, die beste Anschlussfinanzierung zu finden — ob bei der bisherigen Bank oder bei einem neuen Anbieter.
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Der Fixzinskredit bietet in Österreich 2026 eine solide Möglichkeit, sich Planungssicherheit für die Zukunft zu verschaffen. Die aktuellen Fixzinsen liegen auf einem moderaten Niveau, das nach den Turbulenzen der Vorjahre wieder attraktive langfristige Fixierungen ermöglicht. Fixzinsen von 3,3 bis 3,8 % für 10 bis 15 Jahre sind ein solides Angebot, das sich langfristig auszahlen kann. Die Entscheidung zwischen fix und variabel ist individuell und hängt von Ihrer Risikoneigung, Ihrem finanziellen Spielraum und Ihren Zukunftserwartungen ab. Mit einem gut durchdachten Finanzierungskonzept, dem Vergleich mehrerer Angebote und der Nutzung von Sondertilgungsrechten sichern Sie sich die besten Konditionen für Ihre Situation.
Häufig gestellte Fragen
Was passiert nach Ablauf der Fixzinsperiode?
Nach Ablauf der Fixzinsperiode wird der Kredit auf einen variablen Zinssatz umgestellt (üblicherweise EURIBOR + Aufschlag). Sie können dann auch eine neue Fixzinsvereinbarung mit der Bank aushandeln oder eine Umschuldung prüfen.
Kann ich einen Fixzinskredit vorzeitig zurückzahlen?
Ja, allerdings kann die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung (Pönale) verlangen. Diese ist gesetzlich auf max. 1 % der vorzeitig zurückgezahlten Summe begrenzt (bei Restlaufzeit über 1 Jahr).
Chefredakteur finanzinfo.at
Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.