Hypothekarkredit Österreich 2026

Hypothekarkredit in Österreich 2026: Alles über Hypothek, Pfandrecht, Grundbucheintragung & Konditionen. Hypothekarkredite vergleichen und sparen!

Aktualisiert: 03. April 2026 13 Min. Lesezeit

Hypothekarkredit in Österreich 2026

Der Hypothekarkredit ist das Fundament der Immobilienfinanzierung in Österreich. Als besicherte Kreditform bietet er die günstigsten Zinssätze am Markt und ermöglicht die Finanzierung hoher Summen über lange Laufzeiten. Gleichzeitig ist er mit spezifischen rechtlichen und finanziellen Aspekten verbunden, die gut verstanden sein wollen.

Grundlagen des Hypothekarkredits

Was ist eine Hypothek?

Der Begriff “Hypothek” stammt aus dem Griechischen und bedeutet “Unterpfand”. Im österreichischen Recht bezeichnet die Hypothek ein Pfandrecht an einer unbeweglichen Sache (Grundstück, Haus, Wohnung), das im Grundbuch eingetragen wird. Dieses Pfandrecht gibt der Bank das Recht, die Immobilie zu verwerten (also zu verkaufen), wenn der Kreditnehmer seine Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllt.

Wichtig zu verstehen: Die Hypothek ist nur die Sicherheit — nicht der Kredit selbst. Der Kredit (das Darlehen) und die Hypothek (die Sicherheit) sind rechtlich zwei getrennte Dinge, die aber miteinander verbunden sind.

Funktionsweise im Detail

Beim Hypothekarkredit nimmt die Bank ein Pfandrecht an Ihrer Immobilie. Dieses Pfandrecht wird im Grundbuch eingetragen, das beim zuständigen Bezirksgericht geführt wird. Die Eintragung erfolgt im sogenannten C-Blatt (Lastenblatt) des Grundbucheintrags. Die Höhe des eingetragenen Pfandrechts liegt üblicherweise 20 bis 30 % über der tatsächlichen Kreditsumme (Nebengebührenkaution), um der Bank einen Puffer für Zinsen, Verzugszinsen und Betreibungskosten zu geben.

Solange Sie Ihre Kreditraten pünktlich bezahlen, hat das Pfandrecht keine praktischen Auswirkungen auf Ihre Nutzung der Immobilie. Sie können weiterhin darin wohnen, sie vermieten oder umbauen. Ein Verkauf der Immobilie erfordert allerdings die Zustimmung der Bank bzw. die Ablösung des Kredits.

Kosten des Hypothekarkredits

Grundbucheintragungsgebühr

Die Eintragung des Pfandrechts im Grundbuch kostet 1,2 % der Pfandrechtssumme. Diese Gebühr wird an das zuständige Bezirksgericht entrichtet. Bei einer Kreditsumme von 300.000 Euro und einer Pfandrechtssumme von 360.000 Euro (20 % Nebengebührenkaution) beträgt die Eintragungsgebühr 4.320 Euro. Diese Kosten sind ein wesentlicher Faktor, der bei der Gesamtkostenberechnung berücksichtigt werden muss.

Grunderwerbsteuer bei Kauf

Wenn Sie eine Immobilie kaufen und einen Hypothekarkredit aufnehmen, fällt zusätzlich die Grunderwerbsteuer von 3,5 % des Kaufpreises an. Bei Übertragungen im Familienkreis gelten reduzierte Sätze. Die Eintragung des Eigentumsrechts im Grundbuch kostet weitere 1,1 % des Kaufpreises.

Kreditnebenkosten

Neben den Grundbuchkosten fallen typischerweise weitere Kosten an: die Schätzkosten für die Immobilienbewertung (300 bis 1.500 Euro), die Notarkosten für die Beglaubigung und Errichtung der Pfandurkunde (800 bis 3.000 Euro), eventuelle Bearbeitungsgebühren der Bank und Kontoführungsgebühren für das Kreditkonto.

Gesamtkostenbeispiel

Für einen Hypothekarkredit über 300.000 Euro bei einem Immobilienkauf um 400.000 Euro ergeben sich folgende typische Nebenkosten: Grunderwerbsteuer 14.000 Euro (3,5 % von 400.000), Grundbucheintragung Eigentumsrecht 4.400 Euro (1,1 % von 400.000), Grundbucheintragung Pfandrecht 4.320 Euro (1,2 % von 360.000), Notar- und Anwaltskosten rund 4.000 Euro, Schätzkosten rund 800 Euro. In Summe sind das rund 27.520 Euro an Nebenkosten — also fast 7 % des Kaufpreises.

Wie viel Hypothekarkredit kann ich mir leisten?

Die Leistbarkeitsrechnung

Bevor Sie sich mit konkreten Kreditangeboten befassen, sollten Sie berechnen, wie viel Kredit Sie sich leisten können. Die bis Juni 2025 gültige KIM-Verordnung gab den Rahmen vor, an dem sich Banken weiterhin orientieren: Die monatliche Kreditrate sollte maximal 40 % des verfügbaren Nettoeinkommens betragen. Bei einem Haushaltsnettoeinkommen von 5.000 Euro (inklusive 13. und 14. Gehalt anteilig) beträgt die maximale Rate somit 2.000 Euro. Bei einem Zinssatz von 3,5 % und einer Laufzeit von 25 Jahren ergibt sich daraus eine maximale Kreditsumme von rund 400.000 Euro.

Zusätzlich müssen mindestens 20 % Eigenkapital vorhanden sein. Bei einer Immobilie im Wert von 500.000 Euro benötigen Sie also mindestens 100.000 Euro Eigenmittel und können maximal 400.000 Euro finanzieren. Vergessen Sie nicht, die Kaufnebenkosten (ca. 8 bis 11 % des Kaufpreises) aus dem Eigenkapital zu finanzieren — sie können nicht kreditfinanziert werden.

Faustformel für die Maximalbelastung

Eine konservative Faustregel lautet: Die Gesamtbelastung durch Wohnkosten (Kreditrate plus Betriebskosten plus Instandhaltungsrücklage) sollte nicht mehr als 35 % des Haushaltsnettoeinkommen betragen. Ein Puffer für unvorhergesehene Ausgaben und Zinsanstiege bei variablen Krediten sollte immer eingeplant werden.

Aktuelle Konditionen 2026

Zinssätze im Überblick

Die Hypothekarkredit-Zinsen in Österreich haben sich im Frühjahr 2026 auf folgendem Niveau eingependelt: Variable Zinsen (3-Monats-EURIBOR + Aufschlag) liegen bei etwa 3,0 bis 3,5 % effektiv. Fixzinsen für 10 Jahre liegen bei etwa 3,2 bis 3,7 % effektiv. Fixzinsen für 15 Jahre liegen bei etwa 3,4 bis 3,9 % effektiv. Fixzinsen für 20 Jahre liegen bei etwa 3,5 bis 4,1 % effektiv.

Diese Zinsen verstehen sich als Richtwerte für Kreditnehmer mit guter Bonität und ausreichend Eigenkapital. Die individuellen Konditionen können je nach Bonität, Belehnwert und Verhandlungsgeschick deutlich abweichen.

EURIBOR-Entwicklung

Der 3-Monats-EURIBOR, der als Referenzzinssatz für variable Hypothekarkredite in Österreich dient, liegt Anfang 2026 bei etwa 2,4 bis 2,6 %. Nach den Zinssenkungen der EZB im Verlauf von 2024 und 2025 hat sich der EURIBOR auf diesem Niveau stabilisiert. Die Marge der Bank (Aufschlag auf den EURIBOR) liegt typischerweise bei 0,75 bis 1,5 Prozentpunkten, je nach Bonität und Belehnwert.

Belehnwert und Loan-to-Value (LTV)

Was ist der Belehnwert?

Der Belehnwert ist der von der Bank festgestellte Wert der Immobilie, die als Sicherheit dient. Er wird durch ein Gutachten eines Sachverständigen ermittelt und liegt in der Regel unter dem Marktwert, da die Bank einen Sicherheitsabschlag vornimmt. Typischerweise liegt der Belehnwert bei 80 bis 90 % des Marktwerts.

Loan-to-Value-Ratio (LTV)

Das Verhältnis zwischen Kreditsumme und Belehnwert wird als Loan-to-Value-Ratio (LTV) bezeichnet. Je niedriger der LTV, desto günstiger die Kreditkonditionen. Die bis Juni 2025 gültige KIM-Verordnung schrieb in Österreich einen maximalen LTV von 80 % vor. Auch nach dem Auslaufen halten sich die meisten Banken weiterhin an diese Grenze. Ein LTV von 60 % oder darunter führt in der Regel zu den besten Zinskonditionen.

Beispiel: Ihre Immobilie hat einen Belehnwert von 400.000 Euro. Bei einem LTV von 80 % können Sie maximal 320.000 Euro als Hypothekarkredit aufnehmen. Die restlichen 80.000 Euro müssen aus Eigenkapital finanziert werden.

Voraussetzungen für einen Hypothekarkredit

KIM-Verordnung: Die früheren regulatorischen Grenzen

Die von August 2022 bis Juni 2025 gültige KIM-Verordnung der FMA setzte klare Grenzen für die Vergabe von Wohnimmobilienkrediten in Österreich: Schuldendienstquote maximal 40 % des verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens, Eigenmittelanteil mindestens 20 % des Immobilienwertes und maximale Laufzeit von 35 Jahren. Seit Juli 2025 ist die Verordnung ausgelaufen, die meisten Banken orientieren sich aber weiterhin an diesen Richtwerten.

Notwendige Unterlagen

Für die Beantragung eines Hypothekarkredits benötigen Sie umfangreiche Unterlagen. Die persönlichen Dokumente umfassen Lichtbildausweis, Meldebestätigung und Einkommensnachweise der letzten drei bis sechs Monate. Der letzte Einkommenssteuerbescheid ist ebenfalls erforderlich, ebenso wie Nachweise über bestehendes Vermögen und Verbindlichkeiten.

Zu den Immobilien-bezogenen Unterlagen gehören der Grundbuchauszug (nicht älter als drei Monate), der Kaufvertrag oder die Kaufabsichtserklärung, Pläne und Baubeschreibung, der Energieausweis sowie Fotos der Immobilie. Bei Neubauten sind zusätzlich die Baugenehmigung und eine detaillierte Kostenaufstellung erforderlich.

Tilgungsmodelle beim Hypothekarkredit

Annuitätenkredit

Das häufigste Tilgungsmodell ist der Annuitätenkredit. Dabei zahlen Sie über die gesamte Laufzeit gleichbleibende monatliche Raten. Am Anfang besteht die Rate überwiegend aus Zinsen, zum Ende hin überwiegt der Tilgungsanteil. Dieses Modell bietet maximale Planungssicherheit.

Bei einer Kreditsumme von 300.000 Euro, einem Zinssatz von 3,5 % und einer Laufzeit von 25 Jahren beträgt die monatliche Rate etwa 1.501 Euro. Die Gesamtkosten des Kredits (Summe aller Zahlungen) liegen bei rund 450.300 Euro — Sie zahlen also rund 150.300 Euro an Zinsen.

Tilgungsträgermodell

Beim Tilgungsträgermodell zahlen Sie während der Kreditlaufzeit nur Zinsen an die Bank. Parallel bauen Sie einen Tilgungsträger auf (z.B. Lebensversicherung, Investmentfonds), der am Ende der Laufzeit zur Tilgung des Kredits herangezogen wird. Dieses Modell war in Österreich lange beliebt, wird aber seit der Finanzkrise kritisch betrachtet, da das Risiko besteht, dass der Tilgungsträger am Ende nicht den erhofften Ertrag liefert.

Endfälliger Kredit

Beim endfälligen Kredit zahlen Sie während der Laufzeit nur Zinsen und tilgen die gesamte Kreditsumme am Ende der Laufzeit auf einen Schlag. Dieses Modell eignet sich nur für spezielle Situationen, etwa wenn Sie eine hohe Zahlung zu einem bestimmten Zeitpunkt erwarten (z.B. Erbschaft, Abfertigung, Verkaufserlös).

Vergleich der Tilgungsmodelle: Rechenbeispiel

Für einen Hypothekarkredit über 300.000 Euro bei 3,5 % Zinsen und 25 Jahren Laufzeit ergeben sich folgende Unterschiede:

Beim Annuitätenkredit beträgt die monatliche Rate ca. 1.501 Euro. Die Gesamtkosten (Zinsen) belaufen sich auf rund 150.300 Euro. Die Restschuld nach 10 Jahren liegt bei ca. 217.000 Euro.

Beim Tilgungsträgermodell zahlen Sie monatlich nur Zinsen in Höhe von ca. 875 Euro plus den Tilgungsträgerbeitrag von ca. 800 Euro. Die Gesamtkosten hängen von der Performance des Tilgungsträgers ab und können bei guter Entwicklung günstiger, bei schlechter Entwicklung aber deutlich teurer sein als beim Annuitätenkredit. Das Risiko liegt vollständig beim Kreditnehmer.

Der Annuitätenkredit ist für die meisten Kreditnehmer die sicherste und transparenteste Wahl. Das Tilgungsträgermodell eignet sich nur für erfahrene Anleger, die das Risiko bewusst in Kauf nehmen.

Pfandrecht: Rechtliche Details

Höchstbetragshypothek vs. Festbetragshypothek

In Österreich werden zwei Formen der Hypothek unterschieden. Die Höchstbetragshypothek sichert alle Forderungen bis zu einem im Grundbuch eingetragenen Höchstbetrag. Sie ist flexibler, da auch spätere Krediterhöhungen unter dem bestehenden Pfandrecht abgedeckt sein können. Die Festbetragshypothek sichert eine genau bestimmte Forderung in einer bestimmten Höhe. Sie ist weniger flexibel, aber kostengünstiger, wenn keine Aufstockung geplant ist.

Die meisten Banken in Österreich verwenden die Höchstbetragshypothek, da sie bei Kreditanpassungen keine neue Grundbucheintragung erfordert.

Rangordnung im Grundbuch

Die Rangordnung der eingetragenen Pfandrechte im Grundbuch ist von großer Bedeutung. Wenn mehrere Pfandrechte auf einer Immobilie lasten, bestimmt die Rangordnung, welcher Gläubiger bei einer Verwertung zuerst bedient wird. Das erstrangige Pfandrecht hat Vorrang vor allen weiteren. Banken bevorzugen daher den ersten Rang, da er die höchste Sicherheit bietet. Ein nachrangiges Pfandrecht ist riskanter für die Bank und führt zu höheren Zinsen oder einer Ablehnung des Kredits.

Wenn Sie bereits einen Hypothekarkredit haben und einen zusätzlichen Kredit aufnehmen möchten, muss der neue Gläubiger einen nachrangigen Platz im Grundbuch akzeptieren. Alternativ kann die bestehende Hypothek erweitert oder das bestehende Pfandrecht mit Zustimmung des Erstgläubigers geteilt werden.

Löschung des Pfandrechts

Nach vollständiger Tilgung des Kredits muss das Pfandrecht aus dem Grundbuch gelöscht werden. Dafür benötigen Sie eine Löschungsquittung der Bank und einen Löschungsantrag beim zuständigen Bezirksgericht. Die Löschungsgebühr beträgt ca. 30 Euro. Vergessen Sie nicht, nach Kredittilgung die Löschung zu veranlassen, da ein eingetragenes Pfandrecht den Wert und die Verkaufsfähigkeit Ihrer Immobilie beeinträchtigt.

Umschuldung eines Hypothekarkredits

Wenn Sie bereits einen Hypothekarkredit haben und bessere Konditionen am Markt finden, kann eine Umschuldung sinnvoll sein. Dabei wird der bestehende Kredit durch einen neuen Kredit bei einer anderen Bank abgelöst.

Kosten der Umschuldung

Die Umschuldung eines Hypothekarkredits ist mit Kosten verbunden: die Vorfälligkeitsentschädigung der alten Bank (max. 1 % der Restschuld), die Löschung des alten Pfandrechts (ca. 30 Euro), die neue Grundbucheintragung (1,2 % der neuen Pfandrechtssumme), die neue Schätzung und Bearbeitungskosten der neuen Bank und die Notarkosten für die neue Pfandurkunde.

Wann lohnt sich eine Umschuldung?

Eine Umschuldung lohnt sich in der Regel, wenn die Zinsdifferenz mindestens 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte beträgt, die Restlaufzeit noch mindestens 10 Jahre beträgt und die Restschuld hoch genug ist, dass die Zinsersparnis die Umschuldungskosten übersteigt. Erstellen Sie eine detaillierte Vergleichsrechnung, bevor Sie sich für eine Umschuldung entscheiden.

Hypothekarkredit und Förderungen

Wohnbauförderung nutzen

In jedem österreichischen Bundesland gibt es Wohnbauförderungen, die die Finanzierungskosten erheblich senken können. Diese umfassen zinsgünstige Darlehen (oft deutlich unter Marktzinsen), Annuitätenzuschüsse, die einen Teil der monatlichen Rate abdecken, und nicht rückzahlbare Zuschüsse für bestimmte energetische Standards. Die Kombinierbarkeit mit dem Hypothekarkredit muss im Einzelfall geprüft werden. Manche Landesförderungen verlangen, dass die geförderte Immobilie bestimmte energetische Standards erfüllt oder als Hauptwohnsitz genutzt wird.

Steuerliche Aspekte

Die Zinsen eines Hypothekarkredits für die selbst genutzte Immobilie sind in Österreich grundsätzlich nicht steuerlich absetzbar. Wenn Sie die Immobilie jedoch vermieten, können die Zinsen als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend gemacht werden. Bei einer teilweisen Vermietung (z.B. Einliegerwohnung) ist eine anteilige Absetzung möglich.

Praktische Tipps für den Hypothekarkredit 2026

Tipp 1: Pfandrecht wiederverwenden

Wenn Sie bereits ein Pfandrecht im Grundbuch haben und einen neuen Kredit bei derselben Bank aufnehmen, kann das bestehende Pfandrecht oft wiederverwendet werden. Das spart die erneute Eintragungsgebühr von 1,2 %.

Tipp 2: Simultanhypothek vermeiden

Eine Simultanhypothek, bei der mehrere Immobilien als Sicherheit für einen Kredit dienen, sollten Sie möglichst vermeiden. Sie schränkt Ihre Flexibilität erheblich ein und macht den Verkauf einzelner Immobilien kompliziert.

Tipp 3: Tilgung dem Einkommen anpassen

Vereinbaren Sie nach Möglichkeit eine Anpassung der Tilgungsrate an Einkommensänderungen. Viele Banken bieten die Möglichkeit, die monatliche Rate ein- bis zweimal pro Jahr anzupassen — nach oben bei Gehaltserhöhung, nach unten bei vorübergehenden Engpässen.

Tipp 4: Zinsbindung strategisch wählen

In Phasen niedriger Zinsen (wie tendenziell Anfang 2026) kann eine lange Fixzinsbindung sinnvoll sein, um sich das Zinsniveau langfristig zu sichern. In Hochzinsphasen dagegen ist ein variabler Zinssatz oft die bessere Wahl, da Sie von späteren Zinssenkungen profitieren.

Tipp 5: Gesamtkosten berechnen

Lassen Sie sich von der Bank eine vollständige Gesamtkostenaufstellung erstellen, die alle Nebenkosten enthält — Grundbuchgebühren, Notarkosten, Schätzkosten, Kontoführungsgebühren und eventuelle Bearbeitungsgebühren. Nur so können Sie verschiedene Angebote realistisch vergleichen.

Der Hypothekarkredit für verschiedene Immobilientypen

Eigentumswohnung

Beim Kauf einer Eigentumswohnung wird das Pfandrecht an Ihrem Wohnungseigentumsanteil eingetragen. Die Finanzierung ist grundsätzlich identisch mit der eines Hauses, allerdings müssen Sie bei der Haushaltsrechnung auch das monatliche Hausgeld (Betriebskosten und Rücklage) berücksichtigen, das bei Eigentumswohnungen typischerweise 3 bis 5 Euro pro Quadratmeter beträgt. In Wien liegt der durchschnittliche Kaufpreis für Eigentumswohnungen 2026 bei rund 5.000 bis 7.000 Euro pro Quadratmeter, in kleineren Städten deutlich darunter.

Einfamilienhaus

Beim Einfamilienhaus dient das gesamte Grundstück mit Gebäude als Sicherheit. Der Belehnwert wird durch ein Sachverständigengutachten ermittelt. Bei einem Neubau wird der Belehnwert auf Basis der Baukostenberechnung und des Grundstückswerts geschätzt. Bei einem Bestandshaus wird der aktuelle Marktwert herangezogen, abzüglich eines Sicherheitsabschlags von 10 bis 20 %.

Vorsorgewohnung (Anlegerwohnung)

Für Vorsorgewohnungen gelten besondere Finanzierungsbedingungen. Da die Wohnung vermietet wird, können die erwarteten Mieteinnahmen bei der Haushaltsrechnung berücksichtigt werden (üblicherweise zu 70 bis 80 %, um Leerstände und Instandhaltungskosten zu berücksichtigen). Die Kreditzinsen sind bei Vorsorgewohnungen steuerlich als Werbungskosten absetzbar, was die effektive Zinsbelastung senkt.

Hypothekarkredit mit mehreren Kreditnehmern

Gemeinsamer Kredit für Paare

Wenn zwei Personen gemeinsam einen Hypothekarkredit aufnehmen (z.B. Ehepartner oder Lebenspartner), haften beide gesamtschuldnerisch. Das bedeutet: Jeder haftet für den gesamten Kreditbetrag, nicht nur für die Hälfte. Bei der Bonitätsprüfung werden beide Einkommen berücksichtigt, was die maximal mögliche Kreditsumme erhöht. Im Falle einer Trennung muss geklärt werden, wer den Kredit übernimmt oder ob die Immobilie verkauft wird.

Bürgschaft durch Dritte

Wenn Ihre Bonität allein nicht ausreicht, kann eine Bürgschaft durch Dritte (z.B. Eltern) die Kreditchancen verbessern. Der Bürge haftet mit seinem gesamten Vermögen für die Rückzahlung des Kredits. Seit dem Konsumentenschutzgesetz gelten strenge Regeln für Bürgschaften: Der Bürge muss umfassend über die Risiken aufgeklärt werden, und die Bürgschaftssumme muss in einem angemessenen Verhältnis zu seinen finanziellen Möglichkeiten stehen.

Risikomanagement beim Hypothekarkredit

Absicherung gegen Einkommensausfall

Neben dem Kredit selbst sollten Sie sich gegen die Risiken absichern, die Ihre Rückzahlungsfähigkeit gefährden könnten. Eine Risikolebensversicherung (Ablebensversicherung) stellt sicher, dass im Todesfall die Familie den Kredit tilgen kann. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt bei dauerhaftem Einkommensverlust durch Krankheit oder Unfall. Diese Versicherungen sind deutlich günstiger und transparenter als die von Banken oft angebotenen Restschuldversicherungen.

Zinsänderungsrisiko bei variablen Krediten

Wenn Sie einen variablen Hypothekarkredit haben, sollten Sie sich auf steigende Zinsen vorbereiten. Legen Sie eine monatliche Reserve für mögliche Ratensteigerungen an. Bei einem Kreditvolumen von 300.000 Euro kann ein Zinsanstieg um 1 Prozentpunkt die monatliche Rate um etwa 250 Euro erhöhen. Wenn Sie diesen Puffer nicht aufbringen können, ist ein Fixzinskredit die sicherere Wahl.

Immobilie als Sicherheit: Belehnungsregeln im Detail

Die Belehnungswertermittlung ist ein zentraler Aspekt des Hypothekarkredits. Der Sachverständige der Bank bewertet Ihre Immobilie nach dem Vergleichswertverfahren (Vergleich mit ähnlichen, kürzlich verkauften Immobilien), dem Ertragswertverfahren (bei vermieteten Objekten, basierend auf den Mieteinnahmen) und dem Sachwertverfahren (Grundstückswert plus Wiederbeschaffungswert des Gebäudes abzüglich Altersminderung). Der ermittelte Verkehrswert wird dann um einen Sicherheitsabschlag von 10 bis 20 % reduziert, um den Belehnwert zu erhalten. Die Bank finanziert in der Regel maximal 80 % des Belehnwerts (gemäß den Standards, die aus der bis Juni 2025 gültigen KIM-Verordnung hervorgegangen sind).

Ein Beispiel: Ihre Wunschimmobilie hat einen Verkehrswert von 400.000 Euro. Nach dem Sicherheitsabschlag von 15 % ergibt sich ein Belehnwert von 340.000 Euro. Bei einem maximalen LTV von 80 % können Sie einen Hypothekarkredit über maximal 272.000 Euro aufnehmen. Für den Rest (128.000 Euro) benötigen Sie Eigenkapital.

Notfallplan bei Zahlungsschwierigkeiten

Wenn Sie in Zahlungsschwierigkeiten geraten, ist schnelles Handeln entscheidend. Kontaktieren Sie Ihre Bank umgehend und bitten Sie um Lösungen wie eine vorübergehende Ratenreduzierung, eine Stundung oder eine Laufzeitverlängerung. Banken haben in der Regel ein Interesse daran, eine einvernehmliche Lösung zu finden, da eine Zwangsversteigerung für alle Seiten teuer und aufwändig ist. Nutzen Sie auch die kostenlose Schuldnerberatung Ihres Bundeslandes.

Weiterführende Artikel

Der Hypothekarkredit ist die wirtschaftlichste Form der Immobilienfinanzierung in Österreich. Durch die grundbücherliche Besicherung erhalten Sie Zinssätze, die deutlich unter denen unbesicherter Kredite liegen. Die Nebenkosten (Grundbucheintragung, Notar, Schätzung) müssen jedoch in die Gesamtkalkulation einfließen. Sichern Sie sich mit den richtigen Versicherungen gegen Einkommensausfall und Zinsänderungsrisiken ab. Mit sorgfältiger Planung, einem ausreichenden Eigenkapitalpolster von mindestens 20 % des Immobilienwertes und dem Vergleich von mindestens drei bis fünf verschiedenen Kreditangeboten finden Sie den optimalen Hypothekarkredit für Ihre Immobilienfinanzierung. Nutzen Sie die verfügbaren Wohnbauförderungen Ihres Bundeslandes, um die Finanzierungskosten zusätzlich zu senken. Verhandeln Sie aktiv und scheuen Sie sich nicht, Konkurrenzangebote als Verhandlungsbasis einzusetzen. Ihre Immobilie ist wahrscheinlich die größte Investition Ihres Lebens — investieren Sie auch entsprechend Zeit und Sorgfalt in die Finanzierung.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Hypothekarkredit?

Ein Hypothekarkredit ist ein Darlehen, das durch eine Immobilie besichert ist. Die Bank lässt ein Pfandrecht im Grundbuch eintragen. Durch diese Sicherheit erhalten Sie günstigere Zinssätze als bei unbesicherten Krediten.

Was kostet die Grundbucheintragung für eine Hypothek?

Die Eintragung des Pfandrechts im Grundbuch kostet 1,2 % der Pfandrechtssumme. Bei einer Hypothek von 300.000 Euro sind das 3.600 Euro Eintragungsgebühr.

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Redaktion finanzinfo.at

Chefredakteur finanzinfo.at

Martin Höllinger ist Finanzjournalist und Gründer von finanzinfo.at. Er ist spezialisiert auf österreichisches Steuerrecht, Geldanlage und Finanzvergleiche.